DEFA-Filmarchiv Oldenburg und Mediendidaktik

Was war die DEFA ?

Die Abkürzung DEFA steht für DEUTSCHE FILM AG; sie wurde am 17. Mai 1946 in Berlin (Ost) mit einer Lizenz der sowjetischen Besatzungsmacht gegründet. Seit 1950 hielt die ein Jahr zuvor entstandene DDR alle Aktienanteile, 1952 wurde sie verstaatlicht. Im Juli 1990 wurde die DEFA in die Verwaltung der Treuhandanstalt überführt, 1992 kaufte der französiche Mischkonzern CGE die DEFA.  
 


 

Die DEFA besaß in der DDR das Monopol der Filmproduktion; bis 1990 produzierte sie ca. 750 Spiel- und Kinderfilme, ca. 750 Animationsfilme und ca. 2.250 Dokumentarfilme und Kurzfilme. Zu den bekanntesten Produktionen zählen Konrad Wolfs "Solo Sunny" (1980), Heiner Carows "Die Legende von Paul und Paula" (1972) und Frank Beyers "Die Spur der Steine" (1965). 

Das Massenmedium Film war in der DDR in die Agitations- und Propagandaarbeit der SED eingebunden, es sollte der Herausbildung eines sozialistischen Bewußtseins dienlich gemacht werden. Das Filmwesen unterstand der einheitlichen Leitung der Hauptverwaltung Film beim Ministerium für Kultur; Konflikte zwischen Kunst und Politik bestimmten häufig das Bild.   

Die DDR ist untergegangen, sie gehört aber zur Vergangenheit aller Deutschen. Zur Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit gehört auch das Wissen darüber, wie Leben unter einer Diktatur stattgefunden hat. Eine Überwindung der noch bestehenden "inneren Mauer" zwischen Ost und West wird auch davon anhängen, daß wir verstehen, wodurch das alltägliche Leben im anderen Deutschland bestimmt war: Welche Wünsche und Hoffnungen hatten die Menschen ? Welchen Konflikten und welchem Druck waren sie ausgesetzt? Wie haben sie widerstanden? Welche Welt-und Selbstbilder und welche Lebensformen haben sich herausgebildet? Reichen die Prägekräfte dieses Lebens bis in die gesamtdeutsche Gegenwart hinein?  

Eine Antwort auf diese aktuellen Fragen kann aus der anschaulichen historischen Quelle Film gewonnen werden. In der Spannbreite vom Propaganda-Schinken bis zum zum kritischen Dokumentarfilm können die Sinnstrukturen der DDR-Gesellschaft in ihrem Wandel erschlossen werden. Film als soziales Gedächtnis kann einen Zugang zum gelebten Leben in der DDR ermöglichen und zu einem Verstehen der gegenwärtigen Problemlagen der inneren Einheit beitragen. 

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